Halftimewistle

Wir haben uns gedacht, dass es – bevor wir nach Hongkong aufbrechen – angebracht wäre, Resümee zu ziehen. Wir werden den malayischen Boden Morgen gegen 16 Uhr verlassen und so – auch weil sich das sehr individuelle Programm heute kaum zusammenfassen lässt – sind hier gesammelte Eindrücke und Impressionen aus dem euch so fernen Malaysia…

  • Ein Aspekt, der uns sehr positiv aufgefallen ist, war die Gastfreundlichkeit der Menschen, sowohl in den Gastfamilien, als auch in den Hotels, Restaurants und auf den Märkten. Schon Jesus sagt im Neuen Testament: „Ich bin ein Fremder und ihr habt mich aufgenommen“. Auch wir waren fremde und jeder wurde herzlich aufgenommen. Obwohl der Islam in Malaysia als Staatsreligion gilt, leben die Christen, Muslime und andere Religionen, die hier zu finden sind, in Harmonie zusammen. Man trifft sich bei Festen und lädt sich gegenseitig zum Abendessen ein.

 

  • Unter anderem war der ein oder andere schlichtweg erschrocken, wie wenig auf die Umwelt geachtet wird (Plastiktüten für jedes einzelne Ananasstück, scheinbar dauerhaft laufende Motoren, keinerlei Katalysatoren oder ähnliches). Allerdings muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass wir es als nicht angemessen betrachten, hier von unserer Warte aus den Menschen hier ihr Leben vorzuschreiben. Dieser Widerspruch macht es vielen von uns schwer, seine Wahrnehmung richtig einzuordnen.

 

  • Die Arm-Reich Schere in Entwicklungsländern wird einem zwar über die Jahre in der Schule näher gebracht, aber wirklich erlebt haben es viele von uns hier. Auf der einen Seite stehen hier oft wohlhabende Chinesen – auf der anderen bettelarme Philippinos, deren kleine, bettelnde Kinder sich tief ins Gedächtnis gebrannt haben. Auch hier war es für einige widerrum schwierig, sich über die Widersprüche klar zu werden. Einerseits muss man auf alle Taschen etc. gut aufpassen und hegt Misstrauen gegenüber den Preisen wie Händlern, andererseits fällt einem das eigentlich gängige „Discounten“ nicht immer einfach, wenn man an die Armut der Menschen denkt.

 

  • Was uns in teils heftige Diskussionen versetzte, war die Rodung rießiger Urwaldflächen für Palmöl-Plantagen und auch die Preise vor Ort. Die damit einhergehenden Fragestellungen drehten sich um die allgemeine Nachhaltigkeit, alternative Möglichkeiten und inwiefern das Geld hier tatsächlich beim eigentlichen Ziel ankommt.                                                                                                   Vielmehr beschäftigte uns aber etwas ganz Anderes:                                                        Wie schaffen es die Menschen hier, diese unfassbare Herzlichkeit auf eine so unaufdringliche Art und Weise zu transportieren – es wird uns wohl noch lange ein Rätsel bleiben. Mindestens genauso beeindruckt waren wir aber von der Offenheit der Menschen, denen teilweise nur die Tatsache, dass wir versuchten sie zu verstehen oder Ihnen zu helfen, ausreichte, um uns in Ihre abendlichen Gebete einzuschließen.

In der Hoffnung, das ein oder andere mitnehmen zu können;

Liebe Grüße aus Asien von eurer JuKa

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